Ver­bor­ge­ne, anti­ke Tex­te aus Palim­pses­ten des Mount Sinai offen­ba­ren ihren Inhalt

Anti­ke Tex­te aus dem Katha­ri­nen­klos­ter auf dem Mount Sinai in Ägyp­ten, die bis­her als ver­bor­ge­ne Tex­te auf Palim­pses­ten ver­steckt waren und mit moder­ner Tech­nik wie­der her­ge­stellt wor­den sind, wer­den in kom­men­der Woche auf einer inter­na­tio­na­len Kon­fe­renz in Athen vor­ge­stellt.

Die inter­na­tio­na­le Kon­fe­renz trägt den Titeln „The Other Voice of the Desert: The palim­psest manu­scripts of the Sinai Monaste­ry, new tech­no­lo­gies for rea­ding, dis­co­very of unknown texts, pro­s­pects for rese­arch“ und wird für 4 Tage vom 27 – 29 Novem­ber 2017 in Athen statt­fin­den. Auf die­ser Kon­fe­renz wer­den ver­schie­de­ne ver­bor­ge­ne Tex­te aus ins­ge­samt 74 Palim­pses­ten vor­ge­stellt. Die­ses Palim­pses­te befan­den sich vor ihrer wis­sen­schaft­li­chen Unter­su­chung, die vor in eini­gen Mona­ten gemacht wor­den sind, im Archiv des Katha­ri­nen­klos­ter auf dem Mount Sinai in Ägyp­ten.

Katharinenkloster (2010)

Katha­ri­nen­klos­ter (CC BY-SA 3.0)

Die unter­such­ten Palim­pses­ten wur­den dabei zwi­schen dem 5. bis 12. Jahr­hun­der­ten datiert. Ins­ge­samt umfas­sen die Palim­pses­te dabei 6800 Sei­ten und wur­den in 10 ver­schie­de­nen Spra­chen geschrie­ben.

Ein Palim­psest ist übri­gens ein anti­kes Manu­skript, wel­ches zwei­mal beschrie­ben wur­de. Zuerst wur­de das eigent­li­che Manu­skript mit einem Text beschrie­ben. Da Papier oft ein knap­pes Gut war, muss­ten alte, bereits beschrie­be­ne Manu­skrip­te, die nicht mehr als brauch­bar gal­ten, als neue Schreib­vor­la­gen her­hal­ten. Dazu wur­de die Tin­te (d. h. der Text) auf dem alten Manu­skript durch unter­schied­li­che Metho­de wie dem Abkrat­zen, dem Aus­wa­schen oder dem Auf­lö­sen, ent­fernt, bis augen­schein­lich nichts mehr erkenn­bar war. Anschlie­ßend wur­de der neue Text auf dem alten Manu­skript nie­der­ge­schrie­ben.

Mit heu­ti­gen, tech­ni­schen Metho­den kann aber die­ser ver­bor­ge­ne, eigent­lich ent­fern­te Text wie­der sicht­bar und les­bar gemacht wer­den. Denn natür­lich war der ent­fern­te Text nicht voll­kom­men weg, denn win­zi­ge Tin­ten­rück­stän­de blie­ben immer zurück. Die­se Tin­ten­rück­stän­de rei­chen heu­te aber aus, um den Text zu rekon­stru­ie­ren. Dabei wer­den die Sei­ten des Palim­psest mit ver­schie­de­nen Licht­ar­ten wie natür­li­ches Licht, Röng­ten-, Infra­rot- oder vio­let­tes Licht in unter­schied­li­chen Ein­fall­rich­tun­gen wie von vor­ne, seit­lich oder von hin­ten beleuch­tet. Es wer­den ein­zel­ne Bil­der ange­fer­tigt, die dann am Ende durch eine Soft­ware zu einem ein­zi­gen Bild auf­ad­diert wer­den. Auf die­se Wei­se kommt der ver­bor­ge­ne Text wie­der zum Vor­schein. Je nach Alters­er­schei­nung und der Qua­li­tät der Tin­ten­rück­stän­de kann das Resul­tat vari­ie­ren.

Vergleich zwischen Originalmanuskript und dem darunter verborgenen Text

Ver­gleich zwi­schen einem Ori­gi­nal­ma­nu­skript und dem dar­un­ter ver­bor­ge­nen Text

Quel­len des Bei­trags: The Atlan­ticKat­hi­mer­i­ni English Edi­ti­on, archaeo­lo­gy & arts

Quel­ler der Bil­der: St. Catherine’s Monaste­ry of the Sinai, Wiki­pe­dia: Katharinenkloster_Sinai_BW_2.jpg (CC BY-SA 3.0)

Kommentar verfassen