Mensch­li­che Ske­let­te in der Nähe der Qum­ran-Höh­len ent­deckt

Ins­ge­samt 33 mensch­li­che Ske­let­te, die im Boden ver­gra­ben waren, wur­den kürz­lich unweit den Qum­ran-Höh­len ent­deckt. In den Qum­ran-Höh­len auf der Aus­gra­bungs­stät­te Khir­bet Qum­ran im West­jor­dan­land wur­den zwi­schen 1947 bis 1956 in 11 ver­schie­de­nen Höh­len etwa 850 Schrift­rol­len (die so genann­ten Schrift­rol­len vom Toten Meer; auch: Qum­r­an­schrif­ten oder Qum­r­an­schrift­rol­len) aus dem anti­ken Juden­tum ent­deckt, die von min­des­tens 500 ver­schie­de­nen Schrei­bern zwi­schen 250 v. Chr. und 40 n. Chr. beschrif­tet wor­den sind. Dar­un­ter sind etwa 200 Tex­te des spä­te­ren Tanach, der bis­lang ältes­ten bekann­ten Bibel­hand­schrif­ten. Stan­den die nun gefun­de­nen Ske­let­te in einer Ver­bin­dung zu den Qum­r­an­schrif­ten und kann dadurch ein 2000 Jah­re altes Rät­sel gelöst wer­den, der die Ver­fas­ser der Qum­r­an­schrif­ten waren?

Der Anthro­po­le Yossi Nagar von der Isra­el Anti­qui­ties Aut­ho­ri­ty sag­te am 16. Novem­ber 2017 auf dem jähr­li­chen Tref­fen der Ame­ri­can Schools of Ori­en­tal Rese­arch, wel­ches, vom 15. – 18. Novem­ber 2017 in Bos­ton statt­fand, dass die Kno­chen der Ske­let­te mit Hil­fe der Radio­kar­bon­me­tho­de ein unge­fäh­res Alter von 2,200 Jah­ren haben, wobei die­ses Alter auch dem unge­fäh­ren Alter der Qum­r­an­schrif­ten ent­sprach. 30 Ske­let­te von den 33 wur­den auf­grund ihrer Grö­ße und Form des Ske­let­tes als männ­lich iden­ti­fi­ziert. Die 3 ande­ren Ske­let­ten konn­ten nicht ein­deu­tig einem bestimm­ten Geschlecht zuge­ord­net wer­den, da die Ske­lett­über­res­te in einem schlech­ten Zustand waren. Die als männ­lich iden­ti­fi­zier­ten Ske­let­te wei­sen auf ver­schie­de­ne Alter zwi­schen 20 und 50 Jah­re bis zum Zeit­punkt des Todes hin. Kei­ner der Ske­let­te wies Ver­let­zun­gen an den Kno­chen auf, die durch einen Krieg oder durch auf einen Kampf mit Todes­fol­ge hin­deu­ten. Die ers­ten Ske­let­te wur­de bereits im Jahr 2016 ent­deckt.

Ob es sich bei den gefun­de­nen Ske­let­te mög­li­cher­wei­se um die Schrei­ber der Qum­r­an­schrif­ten han­delt, kann lei­der nicht ein­deu­tig gesagt wer­den. Yossi Nagar merk­te jedoch an, dass die Ske­let­te in ihrer Kon­zen­tra­ti­on der männ­li­cher Geschlech­te eine gewis­se Ähn­lich­keit mit den Beer­di­gun­gen von Glau­bens­an­hän­ger in byzan­ti­schen Klös­ter hat. Die gän­gigs­te Theo­rie über die Urhe­ber der Qum­r­an­schrif­ten ist bis­her, dass die Esse­ner (zwei­tes E wird betont aus­ge­spro­chen) sie ver­fasst haben. Die Esse­ner waren eine jüdi­sche Reli­gi­ons­ge­mein­schaft, die eine sehr aske­ti­sche Lebens­wei­se hat­ten und über­wie­gend zurück­ge­zo­gen leb­ten.

Von den Kno­chen­über­res­te wur­den klei­ne Pro­ben für wei­te­re DNA-Unter­su­chun­gen ent­nom­men. Anschlie­ßend wur­den die Ske­let­te wie­der an ihren Fund­or­ten in der Erde ein­ge­bet­tet ver­gra­ben.

Teil der Ausgrabungstätte Khirbet Qumran

Teil der Aus­gra­bungstät­te Khir­bet Qum­ran

Quel­len des Bei­trags: Sci­en­ceN­ews, News­week, Archae­lo­gy Maga­zi­ne

Quel­len des Bei­trags­bil­des: Wiki­pe­dia: Kuneran3.jpg (Crea­ti­ve Com­mons Attri­bu­ti­on-Sha­re Ali­ke 2.5 Gene­ric)

Kommentar verfassen